Gründerinnen im Norden: Larissa von Moin Küstenwerk

Moin Larissa, stelle dich und Moin Küstenwerk einmal kurz vor. Wer bist du und was steckt hinter deinem Unternehmen?

Moin! Ich bin Larissa, 24 Jahre jung und seit gut einem viertel Jahr selbstständige Einzelunternehmerin im Kreis Cuxhaven. Gebürtig komme ich aus dem wunderschönen Hamburg, großgeworden bin ich in einem sehrkleinen Ort im Harburger Landkreis und im September 2025 zog es mich aus persönlichen und beruflichen Gründen an die Nordseeküste. Hinter Moin Küstenwerk steht die Leidenschaft zu meinem Beruf als gelernte Schilder- und Lichtreklameherstellerin, wo Kreativität, ein bisschen Handwerk und die Liebe zum Detail und Kundenkontakt vereint werden.

Wie ist die Idee für Moin Küstenwerk entstanden und wann kam für dich der Moment, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen?

Nach sechs wertvollen Jahren in der Werbetechnik und Grafik zog es mich dann doch relativ schnell in die Selbstständigkeit, da ich schon sehr früh meinen eigenen Kopf und meine eigenen Vorstellungen über Kundenmanagement und Projektführungen hatte.

Getreu dem Motto ‚wer nichts wagt, der nichts gewinnt‘, denn im schlimmsten Fall merke ich, dass die Selbstständigkeit vielleicht doch nichts für mich ist.

„Mein Wunsch war es, einen Raum zu schaffen, in dem ich mich wohlfühle, frei arbeiten und vor allem frei entfalten kann. Dieser Wunsch war so groß, dass ich mich dann an die eigene Gewerbeanmeldung gewagt habe. “
— Larissa Schmidseder von Moin Küstenwerk

Von außen wirkt Selbstständigkeit oft kreativ und frei. Wie sieht dein Arbeitsalltag tatsächlich aus?

Ich habe tatsächlich einfach Spaß an dem, was ich tue. Ich stehe jeden Morgen mit einem guten Gefühl auf, dass ich jetzt gerade genau diesen Raum erschaffe, der zu mir und meinen Vorstellungen und Wünschen passt. Ja, man muss viel Verantwortung übernehmen, ganz klar - aber wenn man weiß, dass man diese Energie in einen selbst investiert, bekommt das in meinen Augen eine ganz andere Lebensqualität. Es gibt Tage, wo man bis 21 Uhr produktiv arbeitet und sich aber trotzdem denkt ‚es ist für mein Unternehmen, meine Kunden und mein eigenes Leben.

Was war beim Gründen schwieriger, als du vorher erwartet hattest? Gab es auch Momente, in denen du an deiner Idee gezweifelt hast? Was hat dich trotzdem weitermachen lassen?

Alles was mit Bürokratie zutun hat, hat mich natürlich kurz schlucken lassen. Ist für mich aber auch eine persönliche Erfahrung, die ich für das Leben nur mitnehmen kann, egal ob positiv oder negativ und all das hat mir nicht den Mut genommen, meine eigene Marke nicht zu verwirklichen.

Worauf bist du bei Moin Küstenwerk bisher besonders stolz?

Dass ich diese Idee überhaupt umgesetzt habe und dass ich in drei Monaten sowohl persönlich, als auch geschäftlich einen wahnsinnigen Sprung gemacht habe. Nach 1,5 Monaten Selbständigkeit habe ich die Möglichkeit bekommen, eigene Büroräume zentral in Cuxhaven zu beziehen. Von hier aus kann ich meine Kunden direkt betreuen und abwickeln. Mittlerweile begleite ich erfolgreiche Unternehmer mit Werbekonzepten von A - Z, das erste Logo, die erste Visitenkarte, der erste Digitaldruck bis hin zum Social-Management. Aber auch Kleinunternehmer und Privatkunden gehören zu meinem festen Kundenstamm, wo ich allzeit bereit bin, jedes Anliegen zu unterstützen und zu beraten.

Wo möchtest du mit Moin Küstenwerk noch hin? Gibt es einen Auftrag oder ein Projekt, das du unbedingt einmal umsetzen möchtest?

Ich lasse das alles einfach mal auf mich zukommen. Mein größtes Ziel mit der Selbständigkeit war, dass ich wieder Spaß an meiner Arbeit habe und frei in meinen Entscheidungen bin, deshalb geht es mir momentan ziemlich gut mit allen. Der Rest wird sich von selbst ergeben und ich bin sehr gespannt, wo die Reise mit diesem Unternehmen mal hinführt.

Projekttechnisch freue ich mich natürlich auch darauf mein Unternehmen wieder weiter in die Werbetechnik auszubauen. Neben den Printmedien und der Grafik schlägt mein Herz einfach für Folien und Verklebungen aller Art.

Was würdest du jemandem raten, der gerade selbst darüber nachdenkt, sich selbstständig zu machen?

Ein sehr prägender Satz, der mich endgültig überzeugt hat, es zu tun: “mach es, ich habe auch bei null angefangen” - ein Satz von einem sehr erfolgreichen Unternehmer seit über 20 Jahren mit 3 Geschäftszweigen. Das hat mir gezeigt, wenn man in eine Sache sehr viel Herzblut und Energie steckt, dass es auch klappen kann. Rosig ist natürlich nicht alles - das Finanzamt, die Krankenkasse, BG und und und darf man natürlich nicht vergessen, so ehrlich muss man sein. Aber das sollte nicht jemanden daran hindern, sich den Wunsch der Selbstständigkeit zu erfüllen, denn im schlimmsten Fall klappt es nicht und man geht zurück ins Angestelltenverhältnis.

Fragen zum geliebten Norden

Welche fünf Orte im Norden gehören ganz persönlich zu deinen Lieblingsorten und warum?

  • Ganz klar in meinem Wohnort Wremen der Deich und der Kutterhafen. Dort saß ich mich Tränen in den Augen vor Glück, als ich entschieden habe, hierherzuziehen.

  • Mein Heimatort Regesbostel im Landkreis Harburg, einfach weil man hier großgeworden ist und die ganze Kindheit dort geprägt wurde.

  • Die HafenCity im wunderschönen Hamburg, schon als Kind zog es mich dort immer wieder hin, der Hafen, die Schiffe, die alten Gebäude, die Elbphilharmonie im Hintergrund…

  • Der Ochsenturm in Imsum - das ist mein Rückzugsort für alle Fälle.

Die Fischbecker Heide in Hamburg-Fischbek, definitiv auch ein sehr guter Rückzugsort in der wunderschönen Heide.

Welche drei Instagram Accounts aus dem Norden inspirieren dich besonders?

  • @diegrafiktante

Welchen Geheimtipp möchtest du unseren Leserinnen und Lesern mitgeben?

Der Deich in den frühen Morgenstunden mit Kaffee und gutem Wetter. Man lernt Cuxhaven und die Nordseeküste nochmal außerhalb der Tourismuszeiten kennen. Mir hilft sowas, Erlebnisse zu verarbeiten und einfach mal ruhig durchzuatmen.

 

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